23.10.2013 15:25 Alter: 5 yrs
Kategorie: Presseinformation, PI 2013

Planungen für die Cranach-Werke in der Fränkischen Galerie Kronach

Während Winterschließung ab dem 1. November 2013 wird die Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg grundlegend erneuert. Dr. Matthias Weniger erläuterte bei einem Besuch die Planungen, gerade auch im Hinblick auf die Cranach-Werke der Sammlung.


Am 31. Oktober hat die Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg das letzte Mal vor der Winterschließung geöffnet. In den darauf folgenden Monaten werden die Maßnahmen umgesetzt, die durch den Zuschuss des Freistaates Bayern in Höhe von 400.000 € möglich geworden sind, vor allem die Realisierung eines neuen Lichtsystems in den Schauräumen. Aber auch ein neuer Ausstellungskatalog gehört zu den zentralen Vorhaben.

Dr. Matthias Weniger während der Fortbildung in der Fränkischen GalerieDr. Matthias Weniger vom Bayerischen Nationalmuseum in München, fachlich zuständig für die Galerie und Verfasser des neuen Kataloges, kam am Freitag auf Einladung des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebes nach Kronach, um im Rahmen einer Gästeführerfortbildung über neue Erkenntnisse zu den Werken in der Galerie zu sprechen und zugleich zu erläutern, welche thematischen Schwerpunkte im Katalog gesetzt werden sollen.

So werden angesichts seiner Bedeutung für die deutsche Malerei der Renaissance und natürlich für die Stadt Kronach alle Werke von Lucas Cranach sowie die seines Sohnes Lucas Cranach d.J. und der Malerwerkstatt umfassend gewürdigt. Dies gilt darüber hinaus für zahlreiche weitere bedeutende Stücke der Sammlung wie z.B. die Arbeiten von Tilman Riemenschneider oder Hans von Kulmbach. Ausführlich erläuterte Dr. Matthias Weniger, dass nicht die kunsthistorische Analyse, sondern auch Recherchen zur Herkunft und zum ursprünglichen Kontext der Werke sowie nicht zuletzt materialtechnische Untersuchungen zu einem vertieften Verständnis der Ausstellungsstücke verhelfen können. So wurden in den letzten Monaten die für die Objekte verwendeten Holzarten bestimmt, und auch andere neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden in den Katalog einfließen.

Am Ende des Rundgangs im Cranach-Saal fand mit den teilnehmenden Gästeführinnen und Gästeführern ein reges Gespräch zur Skulptur von Johannes dem Täufer (ehem. Nordportal der Stadtpfarrkirche) statt. Während die künstlerische Handschrift von außerordentlicher Qualität zeugt und die Figur in ihren stilistischen Merkmalen sehr wohl die neue Bildsprache Cranachs und der Renaissance vorbereitet, ist eine gelegentlich angenommene Autorschaft Cranachs selbst sehr skeptisch zu betrachten. Gleichwohl steht kein anderes Werk konkreter und anschaulicher für die „Wege zu Cranach“, und so wird die Skulptur selbstverständlich auch nach der Wiedereröffnung der Galerie im nächsten Jahr einen Ehrenplatz im Cranach-Saal einnehmen.

Kronach, 22.10.2013

gez. Dr. Kerstin Löw
Betriebsleiterin