Ansicht der Stadt Dessau-Roßlau

Dessau-Rosslau

Zwischen Renaissance und Reformation - Hauptwerke von Cranach d.Ä. und Cranach d.J.

Die ehemalige anhaltische Residenzstadt Dessau weist mit den Altarbildern und Tafelgemälden in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau im Schloss Georgium und in der Johanniskirche den herausragenden und umfangreichsten Bestand von Werken Lucas Cranach d. Ä. in Sachsen-Anhalt auf. Insbesondere der sog. Fürstenaltar, der Katharinenaltar und das Tafelbild Dessauer Abendmahl zählen zu den Hauptwerken beider Cranachs. In der Anhaltischen Landesbücherei werden zudem zwei reich illustrierte Cranachbibeln aufbewahrt. Nur 40 km von Wittenberg – dem Hauptschaffensort Cranachs – entfernt, war Dessau unter Fürst Georg III. von Anhalt ein wichtiger Ort für die Ausbreitung des Protestantismus und des reformierten Glaubens. Das Dessauer Abendmahl, auf dem Luther, Melanchthon und Georg III. von Anhalt neben anderen Protagonisten der Reformation als Jünger Christi, gemeinsam mit Gottes Sohn das Abendmahl feiern, ist hierfür ein ebenso selbstbewusstes wie anspruchsvolles Zeugnis.

Cranach-Werke aus Dessau-Roßlau - Vorschau

Die Dessauer Bestände sind mit ihren marianischen Themen typisch für den frühen, katholischen Cranach. Doch auch an diesen Beispielen lässt sich bereits eine für Cranach kennzeichnende Verweltlichung von Heiligengestalten und eine damit im Zusammenhang stehende intensive Erfassung und Charakterisierung der Natur und des Menschen erkennen. Cranach d. J. steht eher für die Tendenz – im Sinne der Reformation – die Mittel einer reichen und emotional bewegenden Schilderung bewusst zugunsten der lapidaren Aussagen des biblischen Wort Gottes zu reduzieren. Der Dessauer Bestand wird zudem durch vorzügliche Portraits und zwei mythologische Werke abgerundet. Die Cranachwerke sind in eine nicht minder wertvolle Sammlung von Werken herausragender Renaissancemaler, wie z. B. Hans Baldung Grien, Bartel Bruyn, Hans Mielich, Hans Maler u. a., eingebunden.

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Die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau

Die Gemäldegalerie bietet zudem eine bedeutende Sammlung niederländischer Malerei und eine eindrucksvolle Präsentation deutscher Gemälde des 17. bis 21. Jahrhunderts. Das Schloss Georgium und der Georgengarten gehören ebenso wie die nahebei gelegenen Bauhaus-Bauten zum UNESCO-Welterbe.

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Johanniskirche

 

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