12.06.2017 16:36 Alter: 72 days
Kategorie: Artikel

Teile des Cranach-Altars im Lutherhaus Neustadt (Orla) auf Augenhöhe zu sehen

Im Zuge von umfassenden Restaurierungsarbeiten sind die Gesprenge-Figuren des Neustädter Cranach-Altars vorübergehend in musealer Präsentation im Lutherhaus ausgestellt.


Derzeit wird mit großen Kraftanstrengungen der bedeutende Altar Lukas Cranachs d. Ä. in der Stadtkirche St. Johannis umfangreich restauriert. Es ist seit zirka 65 Jahren die erste Restaurierung des Werkes, welches nun in Teilabschnitten bis 2019 fertiggestellt werden soll.

 

Das Figurenwerk des so genannten Auszugs oder Gesprenge ist bereits von einer Dresdner Restaurierungswerkstatt gereinigt und gefestigt worden und kann nun für kurze Zeit in einem ganz anderen Kontext präsentiert werden. Eine Kooperation zwischen der Kirchgemeinde St. Johannis und der Stadt Neustadt an der Orla ermöglicht es, zumindest die bereits restaurierten Gesprengefiguren in einer Interimsausstellung im Lutherhaus Neustadt an der Orla museal zu präsentieren. Diese Ausstellung bietet die Möglichkeit, die sonst sehr hoch angebrachten Skulpturen aus nächster Nähe und "auf Augenhöhe" zu betrachten sowie das Konservierungs- und Restaurierungsprojekt den Besuchern zu vermitteln.

Gesprengefiguren des Cranach-Altars im Lutherhaus Neustadt an der Orla (Raumansicht)

So werden die Gesprengefiguren Anna selbdritt, Katharina und Barbara bereits seit dem Pfingstwochende präsentiert und faszinieren die Besucher. Noch bis Anfang Dezember 2017 können sie so aus nächster Nähe betrachtet werden. Im August folgen dann wahrscheinlich noch die Schreinwächter Georg und Florian. Die Interimsausstellung der Schreinwächter dauert bis voraussichtlich Juni 2018.

Der Cranachaltar ist zwischen 1511 und 1513 in der Werkstatt Lucas Cranach d. Ä. in Wittenberg entstanden und wurde für die Kirche St. Johannis in geschaffen und steht bis heute am Ort seiner Bestimmung.

Der aktuelle Erhaltungszustand des Retabels zeigt dringenden konservatorischen und restauratorischen Handlungsbedarf auf. Ziel der für 2017 und 2018 geplanten Maßnahmen ist die denkmalgerechte Erhaltung des Altars. Das Gesamtprojekt wird finanziert aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde, Zuwendungen des TLDA, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Sparkassenstiftung Saale-Orla in Kooperation mit der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen, der Evangelischen Kirche
Mitteldeutschland, der Stadt Neustadt (Orla) sowie des Denkmalpflegeprogramms „National wertvolle Kulturdenkmäler“ der BKM.

Fotos: Lutherhaus Neustadt. Ronny Schwalbe