21.08.2013 12:00 Alter: 4 yrs
Kategorie: Artikel, Wege zu Cranach

Neuzuschreibung der Kreuztragung aus Partau

Die Kreuztragung aus der Kirche von Partau bei Wittenberg war ursprünglich Teil der Ausstattung der Stiftskirche in Halle und stammt damit aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä., meint Bettina Seyderhelm, Kunstbeauftragte der EKM.


Unter der Leitung der Kunsthistorikerin Bettina Seyderhelm hat die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM) damit begonnen, die Renaissancewerke in ihrem Besitz zu erforschen und zu restaurieren. Nach Recherchen zu einem vielfigurigen Retabel aus der Kirche von Pratau, einem Dorf wenige Kilometer südlich von Lutherstadt Wittenberg, hat Seyderhelm eine spektakuläre Neuzuschreibung vorgeschlagen: Die bisher Lucas Cranach dem Jüngeren zugeschriebene Kreuztragung sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Werk Lucas Cranachs des Älteren bzw. seiner Werkstatt. Ausgangspunkt für diese These ist die Übereinstimmung mit einer eigenhändigen Zeichnung im Louvre (Ausst.-Kat. Der Kardinal. Albrecht von Brandenburg, Renaissancefürst und Mäzen, Moritzburg Halle, 2006, Katalog, S. 220, Nr. 117), ein Altarmodell für den Passionszyklus, den Kardinal Albrecht für die Stiftskirche in Halle in Auftrag gegeben hatte. 

Sollte sich diese Neuzuschreibung und Umdatierung bestätigen, wäre die Kreuztragung aus Pratau eines der wenigen von über 140 Cranach-Gemälden aus der Stiftskirche, das sich im Original erhalten hätte, denn die meisten Tafeln aus der Stiftskirche hatte Albrecht mit nach Aschaffenburg genommen, wo sie vermutlich bei einem Brand zerstört wurden. 

Die Kreuztragung ist nun an ihrem neuen Standort im Chor der Kirche von Dabrun zu besichtigen. 

Hier eine kleine Zusammenstellung von Presseberichten zu diesem Thema:

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung
Welt kompakt
Mitteldeutsche Zeitung
Deutschlandradio Kultur