29.07.2017 16:18 Alter: -61 days
Kategorie: Veranstaltungsorte: Gotha, Veranstaltungen (Typ)

Ausstellungseröffnung: Der Gothaer Tafelaltar - Ein monumentales Bilderbuch der Renaissance

Gotha, Samstag, 29. Juli 2017, 14 Uhr


Herzogliches Museum Gotha, Säulenhalle
30. Juli bis 5. November 2017

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart und der Landesausstellung 2017 „Der Meister von Meßkirch – Katholische Pracht in der Reformationszeit“

Er kommt daher wie ein fein gearbeitetes Kunstwerk. Wer ihn aber genau betrachtet wird schnell merken: Der „Gothaer Tafelaltar“ ist eine Ungeheuerlichkeit. Die 160 Bildtafeln mit Szenen aus dem Leben Christi sind mit feinen Spruchbändern versehen. Der Text darauf: Deutsch. Er folgt der Bibelübersetzung von Martin Luther aus dem Jahr 1522. Der Altar ist nicht einfach nur ein prachtvolles Kunstwerk, er ist vielmehr ein sehr außergewöhnlicher Versuch, einen mittelalterlichen Flügelaltar als Medium für die Reformation einzusetzen.

Der „Gothaer Tafelaltar“, der nach seinem Standort benannt wurde, ist eines der bilderreichsten Werke der altdeutschen Malerei. Für die Ausstellung wird daher sein umfangreiches ikonografisches Bildprogramm bestimmt. Auch seine Entstehung sowie der Künstler Heinrich Füllmaurer (1500-1548) und seine Werkstatt, der Auftraggeber und nachfolgende Kunstwerke werden behandelt. Die Schau widmet sich zudem zeitgleich entstandenen Objekten aus dem süddeutschen Raum, die noch ganz im Sinne der römisch-katholischen Kirche gefertigt wurden und dem „Gothaer Tafelaltar“ gegenüber gestellt werden. 

Der Altar wurde erstmals 1658 in Gotha erwähnt und steht damit im engen Zusammenhang mit der Frömmigkeit Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der sich als Sachwalter des „wahren“ Luthertums verstand und dies auch innerhalb der Prinzenerziehung vermittelte. Hier kommt dem Objekt eine paradigmatische Bedeutung zu.

Öffnungszeiten täglich 10 – 17 Uhr

Eintritt 5,00 € (ermäßigt 2,50 €)